Papst und Vatikan

Papst Franziskus und sein Vorgänger Papst Benedikt XVI. haben sich mehrfach zu den Missbrauchsfällen im kirchlichen Kontext geäußert – in Form von Briefen und Ansprachen. Ebenso haben sie Betroffene und Angehörige getroffen. Unter diesem Punkt finden Sie mehr zu diesem Thema, eingeschlossen offizielle Pressestatements des Heiligen Stuhls sowie Informationen zu den Maßnahmen der vatikanischen Glaubenskongregation.

 

Papst Franziskus bei seiner Reise nach Irland am 25./26. August 2018

Während seiner Reise nach Irland am 25. und 26. August 2018 hat Papst Franziskus verschiedene Gelegenheiten ergriffen, um zum Thema sexueller Missbrauch Minderjähriger klare Worte zu finden. Neben seinen Ansprachen bat er in einem Schuldbekenntnis um Vergebung.


Rede vor Vertretern der Regierung und des öffentlichen Lebens in Dublin am 25. August 2018

Ich weiß sehr wohl um die Lage unserer verwundbarsten Brüder und Schwestern – ich denke besonders an die Frauen und die Kinder, die in der Vergangenheit äußerst schwierige Situationen erleiden mussten; und an die damaligen Waisenkinder. Angesichts des Faktums dieser Verwundbarsten kann ich nicht umhin, den schweren Skandal anzuerkennen, der in Irland durch den Missbrauch von Minderjährigen durch Mitglieder der Kirche verursacht wurde, die beauftragt waren, sie zu schützen und zu erziehen. (...)Das Versäumnis der kirchlichen Autoritäten – Bischöfe, Ordensobere, Priester und andere –, mit diesen abscheulichen Verbrechen angemessen umzugehen, hat zu Recht Empörung hervorgerufen und bleibt eine Ursache von Leid und Scham für die katholische Gemeinschaft. Ich selbst teile diese Gefühle. Mein Vorgänger Papst Benedikt XVI. sparte nicht mit Worten, um den Ernst der Lage anzuerkennen und zu fordern, dass als Antwort auf diesen Vertrauensbruch Maßnahmen ergriffen werden, die „wirklich dem Evangelium gemäß, gerecht und effektiv“ sind (vgl. Hirtenbrief an die Katholiken in Irland [19. März 2010], 10). Sein freimütiges und entschlossenes Eingreifen dient weiterhin als Ansporn für die Bemühungen der kirchlichen Verantwortungsträger, die Fehler der Vergangenheit zu beheben und strenge Regeln zu erlassen, um sicherzustellen, dass sie sich nicht wiederholen. In jüngerer Zeit habe ich in einem Brief an das Volk Gottes die Verpflichtung, mehr noch die größere Verpflichtung, wiederholt, diese Geißel in der Kirche auszumerzen; um jeden Preis, moralisch und wenn es Leid mit sich bringt.Jedes Kind ist in der Tat ein kostbares Geschenk Gottes, das behütet und dazu ermutigt werden muss, seine Begabungen zu entfalten, und das hingeführt werden soll zu geistiger Reife und zur Fülle des Menschseins. Die Kirche in Irland hat in der Vergangenheit und in derGegenwart eine Rolle bei der Förderung des Wohlergehens von Kindern gespielt, die nicht verdunkelt werden darf. Ich hoffe, dass die Schwere der Missbrauchsskandale, die die Unzulänglichkeiten so vieler deutlich gemacht haben, dabei hilft, die Bedeutung des Schutzesverwundbarer Kinder und Erwachsener durch die Gesellschaft als Ganzer klar herauszustellen. In diesem Sinn sind wir uns der dringenden Notwendigkeit bewusst, den jungen Menschen besonnene Begleitung und gesunde Werte für ihren Wachstumsprozess anzubieten.


Angelus-Gebet in Knock am 26. August 2018:

Als ich vor ihrer Statue betete, vertraute ich ihr insbesondere alle Opfer des Missbrauchs durch Mitglieder der Kirche in Irland an. Keinen von uns darf das Schicksal der Minderjährigen gleichgültig lassen, die Opfer von Misshandlungen geworden sind, die ihrerUnschuld beraubt wurden und die man der Schmach schmerzhafter Erinnerungen überlassen hat. Diese offene Wunde fordert uns heraus, fest und entschlossen die Wahrheit und die Gerechtigkeit zu suchen. Ich bitte den Herrn inständig um Vergebung für diese Sünden, für den Skandal und Verrat, den so viele in der Familie Gottes empfinden. Ich bitte unsere Selige Mutter für die Heilung aller Personen einzutreten, die Missbräuche irgendwelcher Art erlitten haben. Maria möge jedes Mitglied der christlichen Familie in dem festen Vorsatz bestärken, niemals mehr zuzulassen, dass so etwas geschieht.

Rede vor den irischen Bischöfen in Dublin am 26. August 2018:

Ich bin auch für die Hilfe dankbar, die ihr euren Priestern anbietet, deren Kummer und Entmutigung aufgrund der jüngsten Skandale oftmals nicht beachtet werden.Ein während meines Besuchs wiederkehrendes Thema war natürlich, dass es für die Kirche notwendig ist, mit einer dem Evangelium gemäßen Aufrichtigkeit und mutig die früheren Fehler im Zusammenhang mit dem Schutz der Kinder und der verwundbaren Erwachsenen anzuerkennen und wiedergutzumachen. In den vergangenen Jahren seid ihr als Bischöfeentschieden vorgegangen, nicht nur um Wege der Reinigung und Versöhnung mit den Missbrauchsopfern einzuschlagen, sondern auch um mit der Unterstützung des National Board für den Schutz der Kinder in der Kirche in Irland ein strenges Regelwerk aufzustellen, das die Gewährleistung der Sicherheit der jungen Menschen zum Ziel hat. In diesen Jahren mussten wir alle für die Schwere und das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs in verschiedenen sozialen Umfeldern die Augen öffnen. In Irland wie auch anderswo können die Aufrichtigkeit und die Rechtschaffenheit, mit der die Kirche sich diesem schmerzhaftenKapitel ihrer Geschichte stellen will, ein Vorbild und einen Erinnerungsruf an die gesamte Gesellschaft darstellen.

Vergebungsbitte beim Abschlussgottesdienst in Dublin am 26. August 2018:

Gestern habe ich acht Überlebende von Machtmissbrauch, Missbrauch des Gewissens und sexuellem Missbrauch getroffen. Ihrem Wunsch entsprechend möchte ich diese Verbrechen vor die Barmherzigkeit des Herrn tragen und dafür um Vergebung bitten.Wir bitten um Vergebung für den Missbrauch in Irland, Missbrauch der Macht und des Gewissens, sexuellen Missbrauch von Verantwortungsträgern der Kirche; besonders bitten wir um Vergebung für alle Missbräuche in unterschiedlichen Arten von Einrichtungen, die von Ordensmännern und Ordensfrauen und anderen Mitgliedern der Kirche geleitet werden. Und wir bitten um Vergebung für die Arbeitsausbeutung, der unzählige Minderjährige unterworfen wurden.Wir bitten um Vergebung, wenn wir als Kirche den Überlebenden jedweder Form von Missbrauch nicht mit konkreten Taten Mitleid und Suche nach Gerechtigkeit und Wahrheit angeboten haben. Wir bitten um Vergebung.Wir bitten um Vergebung für einige Mitglieder der Hierarchie, die sich dieser schmerzlichen Situationen nicht angenommen haben und schwiegen. Wir bitten um Vergebung.Wir bitten um Vergebung für die Kinder, die ihren Müttern weggenommen wurden, und für die Fälle, in denen man den jungen Müttern, die versuchten, ihre Kinder ausfindig zu machen, oder den Kindern, die ihre Mütter suchten, sagte, das sei eine Todsünde: das ist keineTodsünde, es ist das vierte Gebot. Wir bitten um Vergebung.Der Herr erhalte uns diese Haltung der Scham und der Reue und lasse sie wachsen, und er gebe uns die Kraft, uns dafür einzusetzen, dass diese Dinge nie mehr geschehen, und dass man Gerechtigkeit schaffe. Amen.

Schreiben von Papst Franziskus an das Volk Gottes
vom 20. August 2018

„Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit“ (1 Kor 12,26). Diese Worte des heiligen Paulus hallen mit Macht in meinem Herzen wider, wenn ich mir wieder einmal das Leiden vergegenwärtige, das viele Minderjährige wegen sexuellem wie Macht- und Gewissensmissbrauch seitens einer beträchtlichen Zahl von Klerikern und Ordensleuten erfahren haben. Es ist ein Verbrechen, das tiefe Wunden des Schmerzes und der Ohnmacht erzeugt, besonders bei den Opfern, aber auch bei ihren Familienangehörigen und in der gesamten Gemeinschaft, seien es Gläubige oder Nicht-Gläubige. Wenn wir auf die Vergangenheit blicken, ist es nie genug, was wir tun, wenn wir um Verzeihung bitten und versuchen, den entstandenen Schaden wiedergutzumachen. Schauen wir in die Zukunft, so wird es nie zu wenig sein, was wir tun können, um eine Kultur ins Leben zu rufen, die in der Lage ist, dass sich solche Situationen nicht nur nicht wiederholen, sondern auch keinen Raum finden, wo sie versteckt überleben könnten. Der Schmerz der Opfer und ihrer Familien ist auch unser Schmerz; deshalb müssen wir dringend noch einmal unsere Anstrengung verstärken, den Schutz von Minderjährigen und von Erwachsenen in Situationen der Anfälligkeit zu gewährleisten.

In der pdf-Datei dokumentieren wir das Schreiben im Wortlaut.
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Papst Franziskus bei der Audienz für Mitglieder der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen

In seiner Ansprache am 21. September 2017 während der Audienz für Mitglieder der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen fordert Papst Franziskus erneut auf allen Ebenen der Kirche das „Null-Toleranz-Prinzip“ gegen den sexuellen Missbrauch:

(…) „Wenn wir heute hier versammelt sind, möchte ich den tiefen Schmerz mit euch teilen, den ich angesichts der Situation missbrauchter Kinder in der Seele verspüre, wie ich dies in der letzten Zeit bereits bei mehreren Gelegenheiten tun konnte. Der Skandal des sexuellen Missbrauchs ist wirklich ein schreckliches Verderbnis für die ganze Menschheit, und er betrifft viele Kinder, Jugendliche und erwachsene Schutzbefohlene in allen Ländern und in allen Gesellschaften. Auch für die Kirche war er eine sehr schmerzliche Erfahrung. Wir schämen uns für den Missbrauch, der von geweihten Amtsträgern verübt wurde, die eigentlich die Vertrauenswürdigsten von allen sein müssten. Wir haben jedoch auch einen Ruf vernommen, von dem wir sicher sind, dass er unmittelbar von unserem Herrn Jesus Christus kommt: die Sendung des Evangeliums anzunehmen, alle Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen zu schützen.

In der pdf-Datei dokumentieren wir die gesamte Ansprache im Wortlaut.
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Schreiben von Papst Franziskus an die Bischöfe am Tag der Unschuldigen Kinder (28. Dezember 2016)

„Hören wir das Weinen und die Wehklage dieser Kinder; hören wir auch das Weinen und die Wehklage unserer Mutter Kirche, die nicht nur über den Schmerz, der ihren kleinsten Kindern zugefügt wurde, weint, sondern auch weil sie die Sünde einiger ihrer Glieder kennt: das Leid, die Geschichte und den Schmerz von Minderjährigen, die von Priestern sexuell missbraucht wurden. Eine Sünde, die beschämt. Menschen, die verantwortlich waren, für diese Kinder zu sorgen, haben ihre Würde zerstört. Wir beklagen dies zutiefst und bitten um Vergebung. Wir vereinen uns mit dem Schmerz der Opfer und beweinen unsererseits die Sünde. Die Sünde für das, was geschehen ist; die Sünde der unterlassenen Unterstützung; die Sünde des Vertuschens und Leugnens; die Sünde des Machtmissbrauchs. Auch die Kirche beweint bitterlich diese Sünde ihrer Glieder und bittet um Vergebung. Wenn wir heute der Unschuldigen Kinder gedenken, möchte ich all unseren Einsatz bekräftigen, damit diese Gräueltaten unter uns nicht mehr vorkommen. Finden wir den nötigen Mut, um alle notwendigen Mittel zu fördern und um in allem das Leben unserer Kinder zu schützen, damit sich solche Verbrechen nicht mehr wiederholen. Machen wir uns den Auftrag zu ‚null Toleranz‘ in diesem Bereich klar und aufrichtig zu Eigen.“

In der pdf-Datei dokumentieren wir den gesamten Brief im Wortlaut.
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Papst Franziskus bittet bei Reise in die USA Opfer von Missbrauch um Vergebung

An seinem letzten Besuchstag in den USA, am 27. September 2015, hat Papst Franziskus in Philadelphia fünf Missbrauchsopfer getroffen, drei Frauen und zwei Männern. Die Betroffenen berichteten von Ihren Erfahrungen, Papst Franziskus richtete einige Worte an sie, begrüßte dann jeden Einzelnen und betete mit ihnen. Anschließend sagte der Papst bei einem Treffen mit Bischöfen: „Ich verspreche, dass alle Verantwortlichen für sexuellen Missbrauch von Kindern bestraft werden. … Diese Verbrechen können nicht länger geheim gehalten werden.“ Er empfinde „tiefe Scham“, dass den Kindern Gewalt angetan worden sei und schwere Leiden verursacht worden seien. Gott weine angesichts dieser Taten.

Wir dokumentieren seine auf Spanisch gehaltene Ansprache vor den Betroffenen, die anschließend vom Vatikan verbreitet und von der KNA übersetzt wurde.
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10. Juni 2015: Neuer Gerichtshof eingerichtet

Der Vatikan hat verkündet, dass für Bischöfe, die Missbrauchsfällen in ihrem Bistum nicht konsequent genug nachgehen, künftig ein neu gegründeter Gerichtshof zuständig ist. Diese neue Instanz ist bei der Glaubenskongregation angesiedelt, die seit 2001 für die Ahndung von sexuellem Missbrauch in der Weltkirche verantwortlich ist. Anzeige in den entsprechenden Fällen können die Bischofs- und die Missionskongregation erheben, die als Vatikanbehörden weltweit für Bischöfe zuständig sind. Dem Gericht sollen Kleriker aus aller Welt angehören.

Zuvor gab es keine kirchenrechtliche Handhabe gegen Bischöfe, die ihr Amt nutzen, um straffällig gewordene pädophile Priester zu schützen. Amtsmissbrauch von Bischöfen war nicht als eigener Straftatbestand vorgesehen. Die Päpstliche Kinderschutzkommission hatte den Vorschlag zu einer Ergänzung des Kirchenrechts in den Kardinalsrat eingebracht. Nachdem der Entwurf von den zuständigen Vatikanbehörden geprüft wurde, stimmte Papst Franziskus zu.

2. Februar 2015: Brief von Papst Franziskus

„In der Kirche ist kein Platz für Missbrauchstäter“

Der Kampf gegen sexuellen Missbrauch durch kirchliche Mitarbeiter muss nach den Worten von Papst Franziskus weiter oberste Priorität haben. Das brachte er in einem Schreiben an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen, die Oberen der Institute geweihten Lebens und an die Gesellschaften apostolischen Lebens zum Ausdruck. Anlass des Schreibens war das Treffen der vom Papst berufenen Kinderschutzkommission vom 6. bis 7. Februar 2015.
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Glaubenskongregation erhält ein neues Gremium für Missbrauchsfälle

Die Bearbeitung von Missbrauchsverfahren in der Glaubenskongregation wird seit November 2014 durch ein neues Gremium verstärkt. Dieser Ausschuss soll Einsprüche gegen Entscheidungen der Glaubenskongregation behandeln und damit die Glaubenskongregation entlasten. Die Zahl der Fälle soll bei vier bis fünf pro Monat liegen.

Zum Leiter dieses Gremiums hat Papst Franziskus den maltesischen Weihbischof Charles Scicluna ernannt, der bereits von 2002 bis 2012 vatikanischer Chefermittler in Missbrauchsfällen war. Weitere Mitglieder sind u.a. Kardinal Francesco Coccopalmerio, der Leiter des vatikanischen Justizministeriums und sein Vorgänger Kardinal Julian Herranz sowie der Präfekt der Bildungskongregation Zenon Grocholewski und der frühere Leiter der vatikanischen Güterverwaltung Attilio Nicora. Das Gremium ist ehrenamtlich tätig.

Papst Franziskus trifft Missbrauchsopfer

Zum ersten Mal in seiner Amtszeit hat sich Papst Franziskus am 7. Juli 2014 mit Opfern sexuellen Missbrauchs getroffen, darunter auch zwei Deutsche. Die Einzelgespräche mit den drei Männern und drei Frauen am Montag hätten jeweils rund 30 Minuten gedauert, sagte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi hinterher. Sie waren in der Vergangenheit von Priestern sexuell missbraucht worden. Lombardi sprach von einer intensiven und bewegenden Zusammenkunft im Zeichen der Versöhnung. Der Papst habe vor allem zuhören wollen, um den Betroffenen behutsam Wege der Aussöhnung mit Gott und der Kirche zu eröffnen.

Je zwei der Opfer stammten aus Deutschland, aus Irland und aus Großbritannien. Der Papst hatte sie bereits am Vorabend in seiner Residenz, dem vatikanischen Gästehaus Santa Marta, begrüßt, wo sie zu Abend aßen. Am Morgen nahmen sie an seiner täglichen Frühmesse teil.

In seiner Predigt ging Franziskus das Thema des sexuellen Missbrauchs in der Kirche breit an. Die Opfer lasteten auf dem Gewissen der ganzen Kirche, sagte er laut dem vom Vatikan veröffentlichten Manuskript. Franziskus erinnerte vor allem an jene Opfer, die sich nach dem Missbrauch aus Verzweiflung das Leben genommen hätten. (Copyright: KNA)
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Papst Franziskus wendet sich an Missbrauchsopfer

Am 5. Mai 2013 hat sich Papst Franziskus im Anschluss an das Gebet „Regina Caeli“ an die Opfer sexuellen Missbrauchs gewandt. Wörtlich sagte er: „Einen besonderen Gruß richte ich heute, am Tag der Kinder, an jene, die Opfer von Gewalttaten sind … Das bietet mir die Gelegenheit, meine Gedanken allen jenen zuzuwenden, die unter Missbrauch gelitten haben und leiden. Ich möchte ihnen versichern, dass ich sie in meine Gebete einschließe, aber ich möchte auch eindringlich betonen, dass wir alle uns klar und mutig dafür einsetzen müssen, dass jeder Mensch, vor allem die Kinder, die zu den verwundbarsten Gruppen gehören, immer verteidigt und geschützt werden.“

Papst Franziskus zum Thema sexueller Missbrauch

Papst Franziskus hat den damaligen Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre, Erzbischof Dr. Gerhard Ludwig Müller, in einer Audienz am 5. April 2013 empfangen. Anlässlich der Audienz hat der Papst insbesondere empfohlen, dass die Kongregation den von Benedikt XVI. eingeschlagenen Kurs weiter verfolgt und im Hinblick auf die Fälle von sexuellem Missbrauch entschlossen vorgeht.
Zur Bekanntmachung der Kongregation für die Glaubenslehre vom 5. April 2013


Papst Benedikt XVI. trifft Opfer sexuellen Missbrauchs

Am Abend des 23. September 2011 hat sich Papst Benedikt XVI. in den Räumen des Erfurter Priesterseminars mit einer Gruppe von Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester und kirchliche Mitarbeiter getroffen. Anschließend begrüßte er einige Personen, die sich um die Leidtragenden derartiger Verbrechen kümmern.
Zur Presseerklärung des Heiligen Stuhls vom 23. September 2011

Rundschreiben der Kongregation für die Glaubenslehre

Erarbeitung von Leitlinien bei Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger
Zur Pressemitteilung vom 16. Mai 2011


Abschluss des Priesterjahres

Papst Benedikt XVI. bittet inständig um Vergebung
Zum Abschluss des Priesterjahres ist Papst Benedikt XVI. auf die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche eingegangen und hat in einer Messe in Rom vor rund 15.000 Priestern um Vergebung gebeten.

Auszüge aus der Predigt vom 11. Juni 2010 (Übers. aus dem Vatikan):

  • Das Priesterjahr, das wir 150 Jahre nach dem Tod des heiligen Pfarrers von Ars, dem Vorbild priesterlichen Dienens in unserer Welt, begangen haben, geht zu Ende. Vom Pfarrer von Ars haben wir uns führen lassen, um Größe und Schönheit des priesterlichen Dienstes neu zu verstehen. Der Priester ist nicht einfach ein Amtsträger, wie ihn jede Gesellschaft braucht, damit gewisse Funktionen in ihr erfüllt werden können. Er tut vielmehr etwas, das kein Mensch aus sich heraus kann: Er spricht in Christi Namen das Wort der Vergebung für unsere Sünden und ändert so von Gott her den Zustand unseres Lebens. (...) So ist Priestertum nicht einfach «Amt», sondern Sakrament: Gott bedient sich eines armseligen Menschen, um durch ihn für die Menschen da zu sein und zu handeln. (...)
  • Mit der Kirche wollten wir wieder darauf hinweisen, dass wir Gott um diese Berufung bitten müssen. Wir bitten um Arbeiter in der Ernte Gottes, und dieser Ruf an Gott ist zugleich ein Anklopfen Gottes ans Herz junger Menschen, die sich zutrauen, was Gott ihnen zutraut. Es war zu erwarten, dass dem bösen Feind dieses neue Leuchten des Priestertums nicht gefallen würde, das er lieber aussterben sehen möchte, damit letztlich Gott aus der Welt hinausgedrängt wird. So ist es geschehen, dass gerade in diesem Jahr der Freude über das Sakrament des Priestertums die Sünden von Priestern bekanntwurden – vor allem der Missbrauch der Kleinen, in dem das Priestertum als Auftrag der Sorge Gottes um den Menschen in sein Gegenteil verkehrt wird.
  • Auch wir bitten Gott und die betroffenen Menschen inständig um Vergebung und versprechen zugleich, dass wir alles tun wollen, um solchen Missbrauch nicht wieder vorkommen zu lassen; dass wir bei der Zulassung zum priesterlichen Dienst und bei der Formung auf dem Weg dahin alles tun werden, was wir können, um die Rechtheit der Berufung zu prüfen, und dass wir die Priester mehr noch auf ihrem Weg begleiten wollen, damit der Herr sie in Bedrängnissen und Gefahren des Lebens schütze und behüte. Wenn das Priesterjahr eine Rühmung unserer eigenen menschlichen Leistung hätte sein sollen, dann wäre es durch diese Vorgänge zerstört worden.
  • Aber es ging uns gerade um das Gegenteil: Das Dankbar-Werden für die Gabe Gottes, die sich „in irdenen Gefäßen“ birgt und die immer wieder durch alle menschliche Schwachheit hindurch seine Liebe in dieser Welt praktisch werden lässt. So sehen wir das Geschehene als Auftrag zur Reinigung an, der uns in die Zukunft begleitet und der uns erst recht die große Gabe Gottes erkennen und lieben lässt. So wird sie zum Auftrag, dem Mut und der Demut Gottes mit unserem Mut und unserer Demut zu antworten. (...)
  • Heute sehen wir es, dass es keine Liebe ist, wenn ein für das priesterliche Leben unwürdiges Verhalten geduldet wird. So ist es auch nicht Liebe, wenn man die Irrlehre, die Entstellung und Auflösung des Glaubens wuchern lässt, als ob wir den Glauben selbst erfänden. Als ob er nicht mehr Gottes Geschenk, die kostbare Perle wäre, die wir uns nicht nehmen lassen. Zugleich freilich muss der Stock immer wieder Stab des Hirten werden, der den Menschen hilft, auf schwierigen Wegen gehen zu können und dem Herrn nachzufolgen. (...)

Hirtenbrief

Papst Benedikt XVI. hat sich in einem Hirtenbrief an die Katholiken in Irland gewandt. Den Papstbrief sowie eine Erklärung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, und das Pressestatement von Bischof Dr. Stephan Ackermann, dem Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz zum Thema "Sexueller Missbrauch", finden Sie in unserer Pressemeldung.
Zur Pressemitteilung vom 20. März 2010