Preisträger 2021

Im Jahr 2021 wird der Preis nach 2015, 2017 und 2019 zum vierten Mal vergeben, diesmal sind es ein erster (dotiert mit 5.000 Euro) und zwei zweite Preise (jeweils dotiert mit 2.500 Euro). Im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz sind bis zur Ausschreibungsfrist Ende November 2020 insgesamt 60 Bewerbungen und Vorschläge eingegangen.

Die feierliche Preisverleihung soll am 8. Juni.2021 im Deutschen Olympia- und Sportmuseum in Köln stattfinden (sofern die Corona-Pandemie eine Präsenzveranstaltung zulässt).
 

Erster Preis für das Projekt Ostritzer Friedensfest

Initiatoren des „Ostritzer Friedensfestes“, Ostritz

Das Ostritzer Friedensfest wird von einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis getragen, an dem sich die katholische Gemeinde „St. Marien“ in Zittau (Ostritz) und das Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal maßgeblich beteiligen. Die Initiative hat seit 2018 sieben „Friedensfeste“ in der Stadt an der Neiße organisiert. Entstanden ist sie aus dem Protest gegen ein rechtsextremes Musikfestival am Rande von Ostritz. Über die Jahre ist es gelungen, zahlreiche Mitbürger zu mobilisieren, politische Unterstützung zu gewinnen und auch mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Die kirchlich und zivilgesellschaftlich geprägte Initiative wirkt mit Blick auf die ganze Stadtgesellschaft integrierend. Auf kreative und humorvolle Weise werden Aufklärung, Demonstration und Begegnung miteinander verbunden. In einem Landkreis mit hohen Wähleranteilen für rechtspopulistische bzw. rechtsextreme Parteien ist ein solch starkes, kontinuierliches Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und für ein respektvolles Miteinander von besonderer Bedeutung. An den bisherigen Friedensfesten haben sich jeweils ca. 500 Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus engagiert und es kamen bis zu 3.000 Gäste. So wird Kirche als kompetenter und tatkräftiger Akteur gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wahrgenommen.

Internetseite des Projektes: ostritzer-friedensfest.de

Zweiter Preis für das Projekt „Divine Concern“

Katholische Gefängnisseelsorge JVA Fulda und JVA Hünfeld

Das ökumenische Musik-Projekt „Divine Concern“ im Bistum Fulda kann als Leuchtturm der Gefängnisseelsorge und zugleich des Engagements gegen fremdenfeindliche Ressentiments gelten. Gefängnisse sind Orte, an denen ein hohes Gewaltpotential und Rassismus zum Alltag gehören. Diese Konflikte reflektieren Künstler und Seelsorger gemeinsam mit den Gefangenen und zeigen so Wege auf, die Tendenzen des Hasses und der Abwertung in der hierarchisierten Sozialstruktur eines Gefängnisses zu überwinden.

Denn der Alltag im Knast ist schwer, ein harter Kampf. Im Gefängnis dreht sich alles um die „Wurzeln“ und „Positionen“ der Menschen, die eigenen und die des anderen. Die Gefangenen reden darüber, welche Herkunft ihre Zellennachbarn haben oder welcher Nation oder ‚Gang‘ sie angehören. Die Gefängnisseelsorger beschreiben, dass ein deutscher Verurteilter aber in der Regel nicht mit seinen Wurzeln oder Hintergründen vorgestellt wird, sondern nur mit seinen Straftaten, seinem Beruf und seinem familiären Umfeld. In Deutschland und so auch in der deutschen Justiz, ist das wurzelfreie Dasein noch immer ein Privileg von weißen Deutschen.

Internetseite des Projektes: divine-concern.jimdofree.com
 

Zweiter Preis für das Projekt „Verlorene Orte“

Malteser-Integrationsdienst, Wuppertal

Das Projekt „Verlorene Orte“ im Erzbistum Köln bringt junge Frauen mit Fluchthintergrund mit älteren Menschen zusammen, die in der Vergangenheit ebenfalls eine Heimat verloren haben. So kommt es zu einem Erfahrungsaustausch, der bei allen Unterschieden wesentliche Gemeinsamkeiten zutage bringt.

Jung und Alt begegnen sich, um Flucht- und Verlusterfahrungen zwischen Königsberg und Aleppo zu verarbeiten – in Sprache und Bild, mit Humor und persönlicher Wertschätzung, oftmals aber auch unter Tränen. Das Projekt fördert nicht nur das wechselseitige Verständnis, sondern zeigt den jungen Geflüchteten auch Perspektiven für ihr Leben auf.

Sieben junge Frauen, die nach der Flucht in Wuppertal eine neue Heimat gefunden haben, bilden mit einer Reporterin ein Team, das Menschen nach Orten befragt, die sie verloren haben. Gemeinsam wird versucht, ein Foto dieses Ortes zu finden. Die Geschichten und Gefühle, die mit dem „Sehnsuchtsort“ verbunden werden, werden in kurzen Texten zu Papier gebracht. So entstehen berührende Geschichten und Bilder für eine Ausstellung, die an verschiedenen Orten gezeigt wird. Persönlich erzählte Geschichten und Musik lassen diese Ausstellungen zu Orten der Begegnung werden.

Hintergrund

Auf Anregung der Migrationskommission lobte die Deutsche Bischofskonferenz Anfang 2015 zum ersten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus aus. Mit dem Preis werden Personen und Gruppen ausgezeichnet, die sich in Deutschland aus dem katholischen Glauben heraus im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus bzw. für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft engagieren. Der Preis soll dazu beitragen, das kirchliche Zeugnis gegen jede Form der Menschenverachtung zu stärken.

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