Vollversammlung

Zur Vollversammlung, dem obersten Gremium der Deutschen Bischofskonferenz, treffen sich alle katholischen Orts- und Weihbischöfe in Deutschland und der Apostolische Exarch der Ukrainer regelmäßig im Frühjahr und im Herbst. An vier Tagen werden zahlreiche Gespräche geführt, Beschlüsse gefasst und Arbeitssitzungen abgehalten. Die Vollversammlung, die nicht öffentlich stattfindet, ist das höchste Gremium der katholischen Kirche in Deutschland. Die Zahl der Mitglieder beträgt zurzeit 67 (Stand: September 2018).

Gruppenfoto im Hof des Priesterseminars in Fulda Bischofskonferenz-Sondermann-2015.jpg
© DBK/Ralph Sondermann
Die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz bei der Herbst-Vollversammlung 2015 in Fulda.

Herbst-Vollversammlung 2018 in Fulda

Vom 24. bis 27. September 2018 findet in Fulda die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz statt. An ihr nehmen 66 von 67 Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz unter Leitung des Vorsitzenden, Kardinal Reinhard Marx, teil.

Im Mittelpunkt der Beratungen steht die Vorstellung der 2013 begonnenen und jetzt abgeschlossenen Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie). Dafür ist der gesamte Dienstag (25. September 2018) der Vollversammlung vorgesehen. Die deutschen Bischöfe werden sich außerdem mit aktuellen Fragen zur Flüchtlingsarbeit und der bevorstehenden Weltbischofssynode in Rom, die unter dem Titel „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ steht, befassen. In einem Studienhalbtag erörtern die Bischöfe das Thema „Gottesglaube und Gottesrede im 21. Jahrhundert“. Weiterhin steht eine Beratung der aktuellen Debatte um eine Neuregelung der Organspende auf der Tagesordnung und die Verabschiedung von Handlungsempfehlungen zu Ökologie und nachhaltiger Entwicklung für die deutschen Bistümer.

An der Eröffnungssitzung der Vollversammlung am Montag, den 24. September 2018, wird der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, teilnehmen. Als Gast anderer Bischofskonferenzen wird u. a. Bischof Dr. Jan Kopiec (Polen/Gleiwitz) anwesend sein.

Rückblick: Frühjahrs-Vollversammlung 2018 in Ingolstadt

Vom 19. bis 22. Februar 2018 hat im Hotel NH Ingolstadt in Ingolstadt (Bistum Eichstätt) die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz stattgefunden. An ihr haben 62 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz unter Leitung des Vorsitzenden, Kardinal Reinhard Marx, teilgenommen.

Während der Frühjahrs-Vollversammlung haben die Bischöfe einen Studientag zum Thema „Verständnisgrundlagen des Dialogs mit den Kirchen in Mittel- und Osteuropa“ durchgefüht. Im Mittelpunkt der Beratungen standen des Weiteren die Vorbereitungen für die Bischofssynode im Oktober 2018 in Rom sowie aktuelle Fragen der Flüchtlingsarbeit und ein Bericht über Art und Umfang der kirchlichen Flüchtlingshilfe im Jahr 2017. Die Entwicklungen in der Notfallseelsorge sowie der weitere Umgang mit der Schöpfungs- und Sozialenzyklika Laudato si’ von Papst Franziskus haben ebenfalls auf der Tagesordnung gestanden.

An der Eröffnungssitzung der Vollversammlung am 19. Februar 2018 haben der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, sowie als Gäste Bischof Niranjan Sualsingh (Sambalpur, Indien) und Weihbischof Theodore Mascarenhas, (Ranchi, Indien), Generalsekretär der Indischen Bischofskonferenz (CBCI), teilgenommen.

Downloads & Infos
  • Pressebericht
    des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, von der Frühjahrs-Vollversammlung in Ingolstadt (22.02.2018)
Abschluss-Pressekonferenz der Frühjahrs-Vollversammlung in Ingolstadt
Fragen- und Antwortenrunde der Abschluss-Pressekonferenz der Frühjahrs-Vollversammlung in Ingolstadt

Traditionell treffen sich die Bischöfe zur Herbst-Vollversammlung in Fulda, wo sich das Grab des heiligen Bonifatius befindet, der als „Apostel der Deutschen“ verehrt wird. Die Orte der Frühjahrs-Vollversammlung wechseln jährlich.

Allgemeiner Ablauf

Was beraten die Bischöfe in ihren Vollversammlungen?

In der Vollversammlung treffen die deutschen Bischöfe organisatorische und inhaltliche Entscheidungen für die Kirche in Deutschland. Neben den Sitzungen der Vollversammlung im großen Saal finden sich regelmäßig kleinere Arbeitsgruppen zusammen, die inhaltliche Fragen diskutieren, um sie anschließend dem großen Plenum vorzustellen. Fester Bestandteil der Vollversammlung ist auch der Studientag zu einem zentralen Thema der Beratungen, an dem Expertenvorträge gehört und Gespräche geführt werden.

Eine wichtige organisatorische Aufgabe ist alle sechs Jahre die Wahl des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Gewählt werden kann jeder Diözesanbischof bis zum Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren. Darüber hinaus gehört ebenfalls im Turnus von sechs Jahren die Wahl des Sekretärs der Deutschen Bischofskonferenz, der den ständigen Sitz der Bischofskonferenz in Bonn leitet – das so genannte Sekretariat – zu den Aufgaben der Vollversammlung. Zuletzt haben diese Wahlen im März 2014 stattgefunden.

Für viele Sachbereiche gibt es Bischöfliche Kommissionen wie zum Beispiel die Kommission für Erziehung und Schule oder Dienststellen der Deutschen Bischofskonferenz. Die Vollversammlung der Bischöfe entscheidet auch über deren Einrichtung und personelle Besetzung und erlässt die jeweiligen Geschäftsordungen.
 

Warum Fulda?

Im Hohen Dom zu Fulda befindet sich das Grab des heiligen Bonifatius, der als „Apostel der Deutschen“ von den katholischen Bischöfen besonders verehrt wird. Während der Vollversammlung im Herbst sind die Bischöfe regelmäßig Gäste des Bistums Fulda. Sie beziehen für vier Tage Zimmer im Priesterseminar, feiern täglich Gottesdienst im Dom und treffen sich zu regelmäßigen Arbeitssitzungen.

Weitere Informationen:

Downloads & Infos
  • Pressebericht Herbst 2017
    Pressebericht des Vorsitzenden der Deutschen Bischofkonferenz, Kardinal Reinhard Marx, von der Herbst-Vollversammlung in Fulda