Kirche von A-Z

Lateran

Der Name „Lateran“ erinnert an die Patrizierfamilie der Laterani, die verschiedene Besitzungen in Rom hatten. Kaiser Konstantin schenkte Papst Miltiades (311–314) und der römischen Kirche einen Teil der Besitzungen zwischen dem heutigen Hauptbahnhof und der Aurelianischen Stadtmauer. Dort ließ er eine fünfschiffige Basilika erbauen, die zunächst Christus dem Erlöser geweiht war und seit 905 Johannes dem Täufer und dem Apostel Johannes (S. Giovanni in Laterano). Diese Basilika führt den Titel „Mutter und Haupt aller Kirchen der Stadt und des Erdkreises“ und ist die eigentliche Kathedrale des Papstes als Bischof von Rom. Sie gehört mit St. Peter, St. Paul vor den Mauern und St. Maria Maggiore zu den Patriarchalbasiliken (= Papstbasiliken). Nach seiner Wahl und Amtsübernahme ergreift der Neugewählte auch Besitz von der Lateranbasilika, seiner Bischofskirche. Neben dieser Basilika ließ Konstantin einen Bischofspalast (Lateranpalast) errichten. Hier war ursprünglich der Regierungs- und Verwaltungssitz der Päpste. Heute ist es Sitz des Generalvikariats der Diözese Rom.

Anfang des 14. Jahrhunderts kam es zum Schisma. Für fast 70 Jahre verlegten die Päpste ihren Sitz nach Avignon, bevor wieder Rom Sitz des Apostolischen Stuhls wurde. Bei den Bemühungen zur Gründung eines italienischen Nationalstaates seit 1850 gliederten die Italiener auch den Kirchenstaat und die Stadt Rom in den neugegründeten Staat ein. Aus Protest zog sich Papst Pius IX. (1846–1878) auf das rund 40 Hektar große Gelände rund um den Petersdom zurück, den Vatikan. Die sogenannte Römische Frage wurde 1929 durch die Lateranverträge, einem Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Königreich Italien, „als endgültig und unwiderruflich beigelegt“ geregelt. Darin wurde dem neuen „Staat der Vatikanstadt“ volle Souveränität mit dem Papst als Staatsoberhaupt garantiert. Im Gegenzug erkannte Papst Pius XI. (1922–1939) das Königreich Italien mit Rom als Hauptstadt an.


Leib Christi

Es gibt in der Heiligen Schrift und der Tradition viele Bilder, die das Wesen der Kirche verdeutlichen: das der geschwisterlichen Gemeinschaft (Mt 23,8), das vom Haus aus lebendigen Steinen (1 Petr 2,4 f.), das vom Weinstock und seinen Zweigen (Joh 15,1‒8). Paulus beschreibt im 1. Korintherbrief (12,12‒27) die Kirche als den Leib Christi, in dem wir alle sehr unterschiedliche Glieder und Zellen sind. Jede Zelle ist in sich eine einzelne Zelle, aber Sinn und Erfüllung findet sie darüber hinaus im großen Zusammenhang des ganzen Leibes. Darin hat sie auch ihre Aufgabe.

Jeder Christ ist immerzu Zelle im Leib Christi, besonders augenfällig wird dies, wenn Christen sich zum gemeinsamen Beten, Gottesdienst, zu Feier und jedem Werk versammeln, am dichtesten in der Feier der Eucharistie, in der sie selbst den ganzen Leib Christi in der Kommunion, als Brot aus vielen Körnern gebacken, empfangen. Der Kirchenvater Augustinus († 430) schrieb dazu in einer Predigt: „Seid also, was ihr seht: Leib Christi, und empfangt, was ihr seid: Leib Christi.“ Und wenig später: „Du hörst: ,Leib Christi‘ und antwortest: ,Amen‘. Sei darum ein Glied des Leibes Christi, damit dein Amen wahr ist.“

Mit Material von Schwester Johanna Johanna Domek OSB, vgl. Liturgisches ABC, Bonifatius-Verlag 2004


Lektionar, Messlektionar

Siehe den Beitrag unter Messbuch/Missale


Lesepult

Siehe den Beitrag unter Ambo


Liturgiereform

Das Zweite Vatikanische Konzil sagt, der Wandel der Zeit und die kulturelle Eigenart der einzelnen Völker sind zu fördern und einer berechtigten Vielfalt ist Raum zu geben, sofern diese mit dem echten Geist der Liturgie vereinbar ist (vgl. Liturgiekonstitution Sacrosanctum concilium 37‒40). Immer wieder gab es Reformen in der Liturgie, zum Beispiel in der Karolingerzeit oder im späten Mittelalter die des Konzils von Trient. Im 20. Jahrhundert leitete Papst Pius X. offizielle Reformschritte ein. Später griff Papst Pius XII. sie wieder auf.

Die Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils ist eine Frucht von alldem. Überall wurden danach Reformgremien geschaffen, wurde und wird gearbeitet an einer angemessenen Zeichenhaftigkeit und Verständlichkeit der Liturgie. Diese Reformprozesse sind die eine Seite, die andere Seite ist ebenso wichtig: dass der Mensch hineinwächst in den Reichtum der Liturgie, liturgiefähiger wird und sie wach und lebendig betend mitfeiert.

Mit Material von Schwester Johanna Johanna Domek OSB, vgl. Liturgisches ABC, Bonifatius-Verlag 2004


Lourdes

Lourdes gehört zu den bedeutendsten Marienwallfahrtsorten der Welt und liegt in Frankreich, nahe der spanischen Grenze. 1858 erschien der Überlieferung nach die Muttergottes der Bernadette Soubirous, die 1933 heiliggesprochen wurde. Pilgerwallfahrten finden das ganze Jahr über nach Lourdes statt. Bekannt sind die Krankenwallfahrten und die Soldatenwallfahrten.

Weitere Informationen: www.lourdes-verein.de und www.wallfahrt-lourdes.de


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