Kirche von A-Z

Vaterunser (Gebet des Herrn)

Das Gebet des Herrn, das Vaterunser, ist im Neuen Testament in zwei Evangelien überliefert, dem nach Matthäus (6,9‒13) und dem nach Lukas (11,2‒4). Die Christen beten es weitgehend in der Fassung nach Matthäus. Es ist das von Jesus selbst geschenkte Gebet der in Gott beheimateten und geborgenen Jüngergemeinde, die die Vollendung seines Reiches ersehnt und erbittet. Auch in der Liturgie ist es ältestes christliches Gebetsgut. Benedikt von Nursia († 547) schreibt in seiner Ordensregel, dass in allen acht täglichen Gebetszeiten am Schluss das Vaterunser gebetet werden soll wegen der Bitte und Gewährung der Vergebung der Sünden. Und diese Tradition war damals schon jahrhundertealt.

In der Eucharistiefeier hat es zusammen mit dem Friedenskuss früh seinen Platz vor der Kommunion (Rom). Die enge Beziehung von Vaterunser und Kommunion sehen die Kirchenväter in der Brotbitte wie auch der Bitte und Gewährung von Vergebung. In Konstantinopel betete man das Vaterunser gleich nach dem Hochgebet, und Papst Gregor der Große hat es im 6. Jahrhundert so für die lateinische Kirche übernommen. Es gab im Laufe der Zeit verschiedene Weisen, in der Liturgie das Vaterunser zu beten. Heute wird es mit einer Einleitung und einem Abschluss vonseiten des Priesters oder Vorstehers von der ganzen Gemeinde gebetet.

Mit Material von Schwester Johanna Johanna Domek OSB, vgl. Liturgisches ABC, Bonifatius-Verlag 2004

Im Wortlaut:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Auf Latein:

Pater noster
Pater noster, qui es in caelis:
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum quotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.
Quia tuum est regnum, et potestas, et gloria in saecula. Amen.

 


Vatikanstaat

Der „Staat der Vatikanstadt“ (ital. „Stato della Città del Vaticano“ [SCV]) wurde durch die Lateranverträge vom 11. Februar 1929 gegründet. Das Staatsgebiet mit 44 Hektar befindet sich - als Besonderheit - auf dem Territorium der Hauptstadt eines anderen Staates.

Es besteht zum einen aus der Vatikanstadt sowie den Patriarchalbasiliken San Giovanni in Laterano, Santa Maria Maggiore und San Paolo fueri le mura, zum anderen aus Immobilien in der Stadt Rom und in der näheren Umgebung. Sie gehören nicht zum eigentlichen Staatsgebiet, genießen aber die Privilegien der Exterritorialität und der Befreiung von Enteignung und Besteuerung. Hierzu zählen u. a. die Verwaltungssitze verschiedener Dikasterien (Sitz der Glaubenskongregation und der Kongregation für die Verbreitung des Glaubens, Sitz der drei Gerichtshöfe, Palazzo di San Calisto für verschiedene Päpstliche Räte), die Sommerresidenz Castelgandolfo in den Albaner Bergen und die Sendeanlage Santa Maria di Galeria von Radio Vaticana nördlich von Rom.

Der „Staat der Vatikanstadt“ verfügt über eine eigene Staatsflagge (gelb-weiß, heraldisch ans sich gold und silber) und ein eigenes Wappen (zwei gekreuzte Schlüssel, darüber die dreifache päpstliche Krone = Tiara), eigene Universitäten, eigene Medien (Fernsehen, Radio Vaticana, Zeitung „L‘Osservatore Romano“), eine eigene Philateliehoheit und eine eigene Währung (heute Euro mit vatikanischer Prägung, früher vatikanische und italienische Lira). Er hat eine eigene Staatsbürgerschaft und mit dem Grundgesetz des Vatikanstaates vom 26. November 2000 eine neue Verfassung, die die Legge fondamentale vom 7. Juni 1929 ersetzt.

Staatsform ist die Wahlmonarchie und Staatsoberhaupt der Papst. Als Nationalfeiertag wird der Tag der Amtseinführung des regierenden Papstes begangen, d. h. unter Papst Benedikt XVI. war es der 19. April, unter Papst Franziskus ist es der 13. März. Amtssprachen sind Latein und Italienisch.
Im Vatikanstaat leben nur wenige hundert Einwohner, von denen die meisten Kleriker sind, sowie die Schweizer Garde mit etwa 100 Männern. Rund 4.000 Männer und Frauen arbeiten hier, haben ihren Wohnsitz aber außerhalb des Vatikans.


Velum

„Velum“ ist der lateinische Name für ein Tuch, das zum Verhüllen dient. In der Liturgie kommt es heute meist noch in drei Varianten vor. Einmal gibt es das „Kelchvelum“, mit dem verhüllt der Kelch vor der Gabenbereitung auf einem Seitentisch steht. Dann gibt es das Velum als „Ziborienmäntelchen“, das den Kelch bedeckt, in dem die konsekrierten Hostien im Tabernakel aufbewahrt werden. Und schließlich gibt es das „Segensvelum“, ein über die Schultern gelegtes stolenartiges Tuch, mit dem der Priester aus Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten die Hände verhüllt, wenn er die Monstranz trägt oder mit ihr die Gläubigen segnet. Als Symbol ist das Velum eine Art Schleier, der das Kostbare verhüllt und birgt vor dem allzu direkten und ehrfurchtslosen Anblick.

Mit Material von Schwester Johanna Johanna Domek OSB, vgl. Liturgisches ABC, Bonifatius-Verlag 2004


Vesper

Anschließend an die jüdische Tradition, der jeder Tag als ein Kompendium der Heilsgeschichte galt, traf man sich schon früh in der Christenheit zu gemeinsamen Gebetszeiten morgens und abends. In den Basiliken und Klöstern erwuchs daraus das achtmalige tägliche Stundengebet (vgl. Ps 118,62.164), in dem alle Tageszeiten auch in einem gemeinsamen Gebet Gott zugewandt wurden. Das Zweite Vatikanische Konzil betont, dass das Stundengebet grundsätzlich das Gebet der ganzen Gemeinde, des mystischen Leibes Christi, ist, und lädt die Gemeinden wieder stärker dazu ein. Wenn der Priester, oder wer immer, es allein betet, geschieht das stellvertretend.

Die Vesper (lat. „ad vesperas“ – beim Abendstern) ist eine der Hauptgebetszeiten und von Gemeinden schon wiederentdeckt worden. Sie ist das auch symbolisch verstandene abendliche Einstimmen in den Lobpreis nach dem Tagewerk. Nach Theodor Schnitzler sind seit dem 2. Jahrhundert drei Motivkreise für die Gebetszeiten prägend. In der Vesper sind das im Rahmen des Urthemas von Schöpfung, Licht und Dunkel: Dank für das Licht und Bitte um das Licht (darum werden immer Kerzen angezündet). Im Rahmen der Heilsereignisse von Christi Leben: die Menschwerdung. Im Rahmen der Karfreitagsereignisse: die Kreuzabnahme. Von daher kommt das Bild der Schmerzensmutter mit dem toten Sohn im Schoß dann zu seinem Namen „Vesperbild“.

Mit Material von Schwester Johanna Johanna Domek OSB, vgl. Liturgisches ABC, Bonifatius-Verlag 2004


Vigil

Als Vigil bezeichnet die Kirche ein abendliches Gebet, oft am Vorabend von kirchlichen Hochfesten begangen. Der Begriff kommt aus dem Lateinischen „vigilia“ = das Wachsein“ bzw. Nachtwache.


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